Was Italienisch und Deutsch gemeinsam haben

 

Hast du dich schon einmal gefragt, was Italienisch und Deutsch gemeinsam haben? Klar, beide Sprachen sind schön. Aber ist das wirklich alles? Nein, natürlich nicht. Es gibt noch so viel mehr Gründe, warum du dich mit ihnen beschäftigen solltest.

Lena von Sprachenlust hat sich diesem Thema in einem Gastartikel gewidmet. Danke, Lena!

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5 Dinge, die Italienisch und Deutsch gemeinsam haben

1 | Lerner gibt es auf der ganzen Welt.

Englisch, Chinesisch und Spanisch sind wohl die am häufigsten gelernten Sprachen weltweit. Doch auch Italienisch und Deutsch begeistern Menschen auf allen Kontinenten. Auf den ersten Blick mag das verwunderlich sein, denn beide Sprachen werden nur in Zentraleuropa gesprochen.

So ist Italienisch ausschließlich in Italien und in der Schweiz zuhause, Deutsch dagegen in Deutschland, Österreich und ebenfalls in der Schweiz. Zudem unterscheiden sich beide Sprachen in der Melodie: Italienisch gilt für manche als Sprache der Liebe, Deutsch wird oft mit den Worten hart und kalt umschrieben. Doch egal welchen Ruf die Sprache hat, es gibt immer Menschen, die sich in den Klang eben dieser (und in das Land, in dem sie gesprochen wird,) verliebt haben und sie deswegen lernen.

Das beste Beispiel dafür bist du: Denn du wärest nicht hier und würdest diesen Artikel lesen, wenn du die Sprachen nicht lieben würdest. Und genau so geht es tausenden anderen Lernern auch.

 

2 | Klare Regeln helfen beim Lernen.

Sowohl in der italienischen Sprache als auch im Deutschen gibt es klare Regeln, die dir als Lerner helfen. Sie zeigen dir, dass eine Sprache nach einem gewissen System funktioniert und dass du diese Grundregeln immer wieder während deines Lernprozesses anwenden kannst. So gibt es solche Regeln beispielsweise auch für Laute oder für Verbkonjugationen.

Laute

Jede Sprache hat Laute, die sich aus einer bestimmten Reihenfolge von Buchstaben zusammensetzen. Sobald dir als Lerner ein Wort mit dieser Buchstabenkombination begegnet, weißt du sofort, wie du den entsprechenden Laut bilden musst.

Im Italienischen sind das Laute wie gn oder gl, die du in Wörtern wie gnocchi, lasagne oder im Artikel gli findest. Im Deutschen hast du Laute wie ei oder ie, denen du zum Beispiel in Eisenbahn, Biene oder auch im Artikel die begegnest.

Verbkonjugationen

Doch auch in der Verbkonjugation haben beide Sprachen Gemeinsamkeiten: Um ein Verb zu bilden, musst du immer feste Regeln beachten. So findest du im Italienischen drei Gruppen von Verben, die sich in der jeweiligen Endung unterscheiden, aber in der Konjugation auch einige Gemeinsamkeiten haben. Obwohl die Verben parlare, credere und sentire zu unterschiedlichen Verbgruppen gehören, bilden sie alle die erste Person Singular Präsens mit der Endung -o: parlo, credo und sento.

Auch das Deutsche folgt solchen Regeln: Die Verben enden immer auf -en, wobei für die jeweiligen Personen ebenfalls einzelne Endungen vorgeschrieben sind. So wird beispielsweise aus den Verben sprechen, glauben und hören folgende Formen in der ersten Person Singular Präsens: ich spreche, ich glaube und ich höre (alle haben die Endung -e).

Natürlich sind Laute und Verbkonjugationen nur zwei Beispiele von vielen. Doch sie sollen dir zeigen, dass jede Sprache auf eine gewisse Art und Weise strukturiert und somit lernbar ist.

Über das italienische Verb haben wir übrigens schon hier gesprochen: Das italienische Verb

3 | Ähnliche, aber trotzdem unterschiedliche Grammatikstrukturen.

Dass zwei Sprachen nicht exakt gleich sind, ist logisch. Und dass es solche Unterschiede meistens in der Grammatik gibt sowieso. Doch wenn du genau hinsiehst, wirst du Grammatikstrukturen finden, die du als Gemeinsamkeit zwischen Italienisch und Deutsch ansehen kannst.

Ein Beispiel sind die Adjektive, die in jeder Sprache wichtig sind. Sie helfen dir nämlich dabei, dich noch präziser auszudrücken, etwas noch besser zu beschreiben und deine Worte noch deutlicher werden zu lassen. So wird das Adjektiv in Italienisch – genauso wie im Deutschen auch – angeglichen und erhält eine bestimmte Endung, je nachdem auf welches Wort es sich bezieht. Der einzige Unterschied dabei ist die Satzstellung: Während im Italienischen das Adjektiv sowohl vor als auch nach dem Bezugswort stehen kann (abhängig vom Adjektiv!), steht es im Deutschen immer davor – wie im folgenden Beispiel:

  • la bella signora – die schöne Frau
  • un uomo italiano – ein italienischer Mann
  • due libri tedeschi – zwei deutsche Bücher

 

4 | Dank präziser Wörter drückst du dich perfekt aus.

Eine Sprache lebt von ihren Worten. Doch nicht jedes Wort kannst du auch übersetzen und in einer anderen Sprache verwenden. Sowohl Italienisch als auch Deutsch besitzen Vokabeln, die ein bestimmtes Gefühl, einen bestimmten Gegenstand oder eine bestimmte Situation genau beschreiben.

In Italienisch sind das beispielsweise folgende Wörter:

  • il culaccino – Mit diesem Wort ist der Ring gemeint, den ein feuchtes Glas auf dem Tisch hinterlässt.
  • l’abbiocco – Das Wort beschreibt die Müdigkeit oder die Trägheit, die man nach einem guten und reichhaltigen Essen verspürt.

Im Deutschen sind unter anderem folgende Wörter Beispiele dafür:

  • das Fernweh – Mit diesem Wort ist von der Lust des Reisens die Rede.
  • die Schnapsidee – Eine Schnapsidee ist eine Idee, die nicht unbedingt gut, sondern eher verrückt ist.

Natürlich gibt es auch hier noch viele weitere italienische wie auch deutsche Wörter, die dir dabei helfen, dich perfekt auszudrücken und das zu sagen, was du auch wirklich sagen möchtest.

 

5 |Beide Sprachen machen Spaß.

Zu guter Letzt die wohl wichtigste Gemeinsamkeit beider Sprachen: Italienisch wie auch Deutsch sind Sprachen, die einfach Spaß machen. Es motiviert, sich mit anderen Lernern auszutauschen, Texte in der jeweiligen Fremdsprache zu lesen oder aber auch im Urlaub mit Einheimischen sprechen zu können.

Was haben Italienisch und Deutsch noch gemeinsam? Kommentiere einfach mit!

Was magst du im Italienischen und Deutschen?

 

Über die Autorin:

Lena Müller ist Sprachlehrerin für Deutsch, Italienisch sowie Französisch, Autorin und das Gesicht hinter Sprachenlust.de. Zusätzlich unterstützt sie Lerner mit ihrer Masterclass dabei, richtig Sprachen zu lernen. Denn sie glaubt, dass Sprachen mit all ihren Besonderheiten neue Türen öffnen und das Leben lebenswerter machen können.